Schlaustärke. Klimaschutz statt Fake News

Ausstellung 4.7. - 18.8.2025

Dunkelflaute. Stephan Groß, Berlin, 2025

Stephan Groß, Dunkelflaute, Berlin, 2025

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Fake News setzen auf Angst, Wut und Empörung. Das ist der emotionale Treibstoff, der viele dazu bringt Fake News zu teilen. Die Algorithmen lieben das, sodass Fake News sich oft schneller verbreiten als geprüfte Fakten.  So auch zu Klimawandel, Energiewende und Transformation. Wie entlarvt man Fake News? Wie setzt man stattdessen positive Zeichen?

Die Galerie Global 3000 hat in einer weltweiten Ausschreibung KünstlerInnen eingeladen, ihre Vorschläge einzureichen. 17 internationale KünstlerInnen aus Litauen, Griechenland, Deutschland und USA haben das Thema Fake News aufgegriffen. Zu sehen sind Grafiken, Installationen, Fotos, Objekte, Videos, Malerei und Performances.


Jury Team GG3: Tom Albrecht, Stephan Groß, Maria Korporal, Vera Leisibach, John Maibohm, Andrea Striesova

Kurator: Tom Albrecht

Cokuratorin: Katja Hock


Programm

Vernissage Fr., 4.7.2025, 19 Uhr

Begrüßung Tom Albrecht, Einführung in die Ausstellung Katja Hock, Blues Kitchen spielen Blues und Folk mit Gesang und Gitarren.

Künstler:Innengespräch Fr. 11.7., 19 Uhr

KünstlerInnen der Ausstellung sprechen vor Ort und online mit Gästen über ihre Werke. Moderation Katja Hock

Happy Fake News Party Fr. 25.7., 19 Uhr

Humor zerstreut Gerüchte. Gäste sammeln Fake News und sortieren sie nach Kraft und Subversion. Aktion von Tom Albrecht.

Einfach einstecken: Solarstrom für MieterInnen und EigentümerInnen.  Fr. 8.8., 19 Uhr,

Vortrag mit Gespräch. M.Sc. Hai Yen Le, SolarZentrum Berlin. Recht, Finanzierung, Wirtschaftlichkeit, Beispiele, Rat.

Finissage, Performance Fr. 15.8., 19 Uhr.

Anna Staffel: FAKTEN ATTRAKTOR – eine Annäherung an die Wirklichkeit oder was Mandelbrot gedacht hätte


Hier finden Sie eine kurze Schilderung der einzelnen Kunstwerke

Thomas Behling benennt in seiner Grafik „Die Alternative für Deutschland ist blau.“ von 2021 die Verantwortlichen der deutschen Fake News. Eine Deutschlandkarte, eingefärbt in Schwarz-Rot-Gold, versinkt langsam im Blau des flächigen Hintergrunds.

Tom Lane hinterfragt mit „Bad Day“ von 2025 das Mediennarrativ der USA. Lanes KI-Video transportiert den mächtigsten Mann der USA in eine niemals-endenden Soap Opera, die Trump als fehlerhaft und gewöhnlich darstellt.

Auch Alexander Rommel bezieht sich auf die Trump-Regierung. In einer digitalen Malerei brennt eine fiktive Ölinsel lichterloh.

Die slowenische Künstlerin Tajda Stiplovšek-Jug zeigt eine dreiteilige Installationsarbeit, die vom ehemaligen slowenischen rechtsgerichteten Premierminister Janez Janša inspiriert ist, der den Klimawandel leugnet. Die Künstlerin stellt einen fiktiven, digitalen Markt dar, der Schnee als Luxusware handelt.

Carsten Brock spielt mit „Big Tech“ mit den Namen der großen Social Media Player wie X, ehemals Twitter, YouTube und Facebook und entlarvt die Kanäle als Mitverantwortliche, über die Fake News verbreitet werden.

In „Everything is True, Nothing is False; Everything is False, Nothing is True“ erforscht die rumänische Künstlerin Diana Păun Sprache als Machtwerkzeug von Gesellschaft. Mit Skulptur, Sound, Text und Fotocollage untersucht sie gängige Desinformationen, Propaganda und Verschwörungstheorien.

Stefanie Raetschs dreiteilige Fotoserie „Kunst am Baum – die Natur lügt nicht“ kritisiert die Nahrungsmittelindustrie: An unterschiedlichen Baumrinden aus Senegal sind kleine Informationsschilder zu entdecken. Sie bieten Inhaltsbeschreibungen, zusammengesetzt aus einer Informationsflut an Begriffen wie „glutenfrei“ oder „salzfrei“ wie sie für Fertigprodukte üblich sind.

Jedesmal, wenn ein schwarzes Objekt auf die Person im Video von Lorina Speder zukommt, fällt ein Nein. Die zweiminütige Arbeit „Nein“ macht mit ihrer klaren und schlichten Formsprache deutlich, dass nur durch das aktive Widersprechen Fake News keine Plattform erhalten.

Vera Leisibach bietet mit „Wahrnehmung 2.0 Magische Medien gegen Fake News“ eine spielerische Lösung für den Umgang mit der Fake-News-Flut. Medienkompetenz als unschätzbarer Wert - ein vergoldeter Schirm, eine Brille und Kopfhörer schützen und schärfen die Fähigkeit, die Wahrheit zu sehen.

Merit Fakler zeigt die Videoarbeit „It’s not a Perpetuum mobile“: im Raum schwebende Plastikbecher und -flaschen, die in neonleuchtenden Farben changieren. Immer wieder sind die Wörter „fake“ oder „bio“ im Bildraum eingeblendet.

Die dreiminütige Videoarbeit „Stringing You Along“ von Emily Wisniewski aus dem Jahr 2019 bildet das Beziehungsgeflecht von menschlicher Entwicklung, Agrarwirtschaft und dem Wasserkreislauf ab.

Mit zwei Grafiken ist Stephan Groß zu Solarenergie vertreten. „Dunkelflaute“ „Hellbriser: der die Hellbrise bringt“.

Mit „Dear Earth“, einer zweiteiligen Fotografie und einer Installation, stellt Šarūnė Kalininaitė eine Konversation mit dem Erdboden her.

Norbert Hillwig behandelt in seiner skulpturalen Arbeit „WALD STATT ASPHALT. Denkmal für die Rettung des Steineichenwaldes“ von 2025 die versuchte Rodung von 200 Hektar des Steineichenwaldes in Apulien durch Porsche.

In ihrem Bild „Zukunft ist Jetzt“ schafft Nora Zang Fake News ab.

Anna Staffels Performance „FAKTEN ATTRAKTOR - chaotische Annäherung an die Wirklichkeit oder was Mandelbrot gedacht hätte“ nutzt die eigene Stimme und Objekte, die sie mit zufällig gewählten Dingen und Texten aus dem Aufführungsmoment entwickelt.

Tom Albrecht lädt zu einer Happy Fakenews Party ein, sammelt vom Publikum Fake News und schreibt sie für alle sichtbar auf. Nach Bewertung von Kraft und Qualität der einzelnen Fake News durch das Publikum wird ein/e SiegerIn gekürt.