Frauen.Leben.Klima

Ausstellung 7.8. - 18.9.2026

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Group Global 3000 zeigt internationale Kunst über Frauen, Klimakrise und gesellschaftlichen Wandel

Berlin, 7. August 2026. Die Galerie Group Global 3000 widmet ihre 71. Ausstellung dem Verhältnis von Frauen, Klimakrise und gesellschaftlicher Verantwortung. Unter dem Titel „Frauen. Leben. Klima“ präsentieren vom 7. August bis 18. September 2026 18 internationale Künstler Arbeiten aus den Bereichen Video, Virtual Reality, Malerei, Zeichnung, Installation und Performance.

Ausgehend vom politischen Slogan „Frauen. Leben. Freiheit“ richtet die Ausstellung den Blick auf Frauen, die sich weltweit für Klimaschutz und ökologische Veränderung einsetzen. Die künstlerischen Positionen thematisieren Aktivismus, Machtstrukturen, Geschlechterrollen, Fürsorge und Mutterschaft ebenso wie globale Ressourcenverteilung und die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Dabei werden sowohl sichtbare Akteurinnen als auch häufig unsichtbares Engagement in Wissenschaft, Politik und Alltag in den Mittelpunkt gerückt.

Beteiligt sind Stephan Groß, Gosia Hejnat, Janet Grau, Maria Korporal, Andrea Striesova, Barbara Schwinges, Ivonne Portillo Sierra, Sandra Becker, Erika Szentgyörgyi, Judith-H. Boy, Monika Thorwart, Elma Riza, Aleksandra Sawa, Ekaterina Kovalenko, Alina Tofan, Jiaxiao Ji, Lioba von den Driesch und Robin Romanski.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Begleitprogramm mit Künstleräch, Paneldiskussion, Vorträgen und Performances begleitet. Während der Berlin Art Week vom 9. bis 13. September ist die Ausstellung täglich von 17 bis 20 Uhr geöffnet.


Ausstellung auf einen Blick

Frauen. Leben. Klima
7. August – 18. September 2026
Group Global 3000 e. V.
Leuschnerdamm 19, 10999 Berlin

Öffnungszeiten: Dienstag und Freitag, 17–20 Uhr
Während der Berlin Art Week: 9.–13. September 2026 täglich 17–20 Uhr sowie zu den Veranstaltungen.

Führungen für Schulklassen und Erwachsenengruppen sind nach Absprache möglich.

Kurator: Tom Albrecht
Cokuratorinnen: Andrea Striesova, Katja Hock
71. Ausstellung der Group Global 3000

Pressekontakt:
Organisation: Tom Albrecht
Veranstaltungen: Andrea Striesova
Inhaltliche Ansprechpartnerin: Katja Hock
E-Mail: kontakt@gg3.eu
Website: gg3.eu

 


Programm

Wir begleiten die Ausstellung mit einem musikalischen und dialogorientierten Programm.

  • 7.8.2026, 19 Uhr - Vernissage
    Begrüßung: Tom Albrecht
    Einführung in die Ausstellung: Katja Hock
    Musik: Puzzls
    Performance: Cat Lady for Climate von Maria Korporal
    Schreit-Performance: Judith-H. Boy
  • 14.8.2026, 19 Uhr  - KünstlerInnengespräch
    Beteiligte KünstlerInnen erläutern ihre Werke und treten mit den BesucherInnen in Dialog.
    Moderation: Katja Hock
  • 21.8.2026, 19 Uhr - Paneldiskussion
    Frauen aus verschiedenen Klimaberufen sprechen über Herausforderungen, Chancen und Perspektiven.
    Moderation: Nathalie Wenker, Nachhaltigkeitsexpertin
    Teilnehmerinnen: Prof.Dr. Stefanie Kaboth-Bahr, Professorin für Paläoklimatologie an der FU Berlin; Dr. Andrea Nakoinz, Ärztin und Expertin für Klimaresilienz; Nina Kreutzfeldt, Architektin und Nachhaltigkeitskoordinatorin; Insa Kehlenbeck, Klimaschutzbeauftragte für Friedrichshain-Kreuzberg
  • 9.9.2026: 19 Uhr - Vortrag von Caroline Gunderson (Hertie School)
    Die Kraft der Klimakunst: Wie Kunst Bewusstsein, Empathie und Handeln fördern kann
  • 11.9.2026, 19 Uhr - Vortrag von Dr. Meike Brückner (HU Berlin)
    Wer sorgt für die Zukunft?: Was Klimaforschung über Geschlecht, Ernährung und Gerechtigkeit verrät
  • 12.9.2026, 19 Uhr - Performance von Maria Korporal
    Cat Lady for Climate
  • 18.9.2026, 19 Uhr - Finissage
    Klangtrio: Stephan Groß (Gitarre), Sabine und Ralf Raacke  (Harfe, Didgeridoo)

 


18 Künstlerinnen und Künstler zeigen, wie Frauen weltweit für Klimaschutz und ökologische Veränderung kämpfen

Berlin, 7. August 2026 – Klimaschutz ist nicht geschlechtsneutral. Frauen sind weltweit in besonderer Weise von den Folgen der Klimakrise betroffen – und zugleich engagieren sie sich an vorderster Stelle für Veränderung. Die Ausstellung „Frauen. Leben. Klima“ in der Berliner Galerie Group Global 3000 widmet sich vom 7. August bis 18. September 2026 den unterschiedlichen Formen dieses Engagements. 18 internationale Künstlerinnen und Künstler untersuchen, wie Frauen mit der Klimakrise umgehen, welche gesellschaftlichen und politischen Hürden ihnen begegnen und welche Kraft aus Widerstand, Fürsorge und Veränderung entstehen kann.

Der Titel der Ausstellung nimmt Bezug auf den politischen Slogan „Frauen. Leben. Freiheit“, der weltweit zum Symbol für Protest und feministische Bewegungen geworden ist. „Frauen. Leben. Klima“ überträgt diese politische Dimension auf die ökologische Krise: Frauen werden als Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen, Mütter, Fürsorgende und politische Akteurinnen sichtbar – aber auch als Menschen, die selbst von den Folgen ökologischer und gesellschaftlicher Ungleichheit betroffen sind.

Kunst als Stimme für Veränderung

Die Ausstellung versammelt Videoarbeiten, Virtual Reality, Malerei, Zeichnung, Installation und Performance. Die künstlerischen Positionen hinterfragen Machtstrukturen und tradierte Rollenbilder, machen unsichtbares Engagement sichtbar und verbinden Fragen nach Geschlecht, gesellschaftlicher Verantwortung und Umwelt miteinander. Dabei reicht das Spektrum von konkreten Geschichten engagierter Frauen bis zu Arbeiten, die weibliche Identität, Mutterschaft und die Beziehung zwischen Mensch und Natur grundsätzlich hinterfragen.

Wie unmittelbar Kunst auf politischen Aktivismus reagieren kann, zeigt Barbara Schwinges mit ihrer typografischen Tuschezeichnung „How dare you“. Der Titel greift die berühmten Worte Greta Thunbergs bei ihrer Rede auf dem UN-Klimagipfel in New York auf und überträgt deren Wucht in eine grafische Arbeit.

Auch bekannte Persönlichkeiten des Klimaaktivismus werden künstlerisch neu interpretiert. In „Jane of Arc“ (2026) macht Stephan Groß die Schauspielerin und Klimaaktivistin Jane Fonda zur Heldin einer Kundgebung für die Energiewende. In Rüstung und mit einem Schwert ausgestattet, verschmilzt sie in der Fotomontage mit einem historischen Gemälde von John Everett Millais.

Andere Arbeiten richten den Blick auf Frauen, deren Engagement weniger sichtbar ist. Janet Grau beschäftigt sich in „Not the End of the World“ (2026) mit Frauen in Klimaforschung und Klimaaktivismus. Klimaberichte, Lecture Performance, Puppenspiel, Stop-Motion und Datenvisualisierung verbinden sich zu einer Arbeit über jene Frauen, deren tägliches Engagement in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft häufig im Hintergrund bleibt.

Zwischen Aktivismus, Fürsorge und gesellschaftlichen Rollen

„Frauen. Leben. Klima“ beschränkt sich jedoch nicht auf klassische Bilder des Aktivismus. Die Ausstellung fragt auch danach, wie gesellschaftliche Erwartungen an Frauen den Umgang mit der Klimakrise prägen.

Maria Korporal thematisiert in der Installation und Live-Performance „Cat Lady for Climate“ (2026) weibliche Reproduktion und Fürsorge im Kontext von Klimadiskursen – und damit einen Bereich, der zwischen gesellschaftlicher Anerkennung und Abwertung steht. Die interaktive Arbeit „Climate Hate“ (2026) von Andrea Striesova nimmt wiederum digitale Gewalt gegen Frauen in den Blick und zeigt, wie Hass und Anfeindungen gesellschaftliches Engagement und Klimaschutz beeinflussen können.

Die Frage nach persönlicher Verantwortung und alltäglichem Handeln zieht sich durch weitere Arbeiten. Robin Romanski greift die Aussage seiner Mutter auf: „Ich habe noch nie in meinem Leben Coca-Cola getrunken!“ Was zunächst wie eine beiläufige persönliche Entscheidung erscheint, wird zum Beispiel für alltäglichen Konsum und die Möglichkeit, durch individuelle Entscheidungen gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Auch Mutterschaft wird als politisches und ökologisches Thema verhandelt. In „Maybe Our Mother Didn’t Want Us“ (2022) thematisiert Ekaterina Kovalenko die Ambivalenz von Mutterschaft und ökologischer Krise und setzt die Fragilität des menschlichen Körpers in Beziehung zur Verletzlichkeit des Planeten. Lioba von den Driesch untersucht in ihrer Installation „Muttertag“ (2025) Frausein, unterschiedliche Vorstellungen von Mutterschaft und politisches Verantwortungsgefühl innerhalb der Familie.

Globale Perspektiven auf die Klimakrise

Die Ausstellung richtet den Blick zugleich über Europa hinaus. Ivonne Portillo Sierra erzählt in ihrer Malerei „Máxima Acuña“ die Geschichte der gleichnamigen peruanischen Bäuerin und Aktivistin, die 2016 für ihren Einsatz zur Verteidigung ihrer Heimat in den hohen Anden mit dem Goldman Environmental Prize ausgezeichnet wurde.

Gosia Hejnat verbindet persönliche Reiseerfahrung mit einer globalen Perspektive auf Ressourcen und Konsum. Ihre Assemblage „ONE DOLLAR PHOTO“ (2026) thematisiert anhand der Erfahrung einer Backpacking-Reise globale Machtstrukturen, Konsum und Ressourcenknappheit. Sandra Beckers Videoarbeit „Catching“ (2025) macht dagegen die kaum begreifbaren Folgen kontaminierter Böden nahe Nairobi sichtbar.
Andere Künstlerinnen und Künstler übersetzen ökologische Krisen in starke visuelle Metaphern. In „Cosy 2“ (2026) von Monika Thorwart steht ein scheinbar gemütliches Kissen in Flammen – das private Wohnzimmer wird zur Gefahrenzone. Elma Riza macht in „Ain“ eine Dattelpalme zum Symbol für Verlust und Hoffnung und erzählt vom Verschwinden einer tunesischen Oase. Aleksandra Sawa entwirft mit der Serie „Weird Sister“ (2021) das Bild einer mahnenden Prophetin in einer dystopischen Zukunft.

Vom weiblichen Körper zur „mehr als menschlichen“ Welt

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Beziehung zwischen weiblichem Körper und Umwelt. Alina Tofan verbindet in ihrer Videoperformance „The Vivid Void: more than human“ einen weiblich gelesenen Körper mit einem nicht-menschlichen Körper und verweist auf dessen Verletzlichkeit. In Jiaxiao Jis „She Who Fades Away“ (2026) verschmilzt ein weiblich gelesenes Portrait zunehmend mit seiner Umwelt, bis die Grenzen zwischen Mensch und Umgebung kaum noch erkennbar sind.

Erika Szentgyörgyi bricht in „Mrs. Boss“ (2026) mit stereotypen Vorstellungen von Weiblichkeit und präsentiert eine kubisch-geometrische Figur mit starkem Gestus. Judith-H. Boys verbindet in „RADIATION PROTECTION“ (2024) Mode, Konsum und Kritik am unzureichenden Fairen Handel in der Kaffeeproduktion: Eine begeh- und tragbare Robe aus Kaffee-Aluminium wird zur skulpturalen und zugleich politischen Aussage.

Kunst schafft Sichtbarkeit – und fordert Verantwortung

„Frauen. Leben. Klima“ versteht Klimakunst nicht nur als Darstellung einer Krise. Die Arbeiten fragen danach, wer sichtbar wird, wer gehört wird und wer Verantwortung übernimmt. Sie erzählen von Aktivismus und Widerstand, aber ebenso von Fürsorge, Mutterschaft, Konsum, Macht und den gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen.

Damit zeigt die Ausstellung die Klimakrise aus einer Perspektive, die politische, ökologische und soziale Fragen miteinander verbindet. Die Künstlerinnen und Künstler machen deutlich: Klimaschutz ist nicht allein eine Frage technologischer Lösungen. Er ist auch eine Frage gesellschaftlicher Strukturen, von Teilhabe und Verantwortung.

Begleitprogramm

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet. Zur Vernissage am 7. August 2026 um 19 Uhr gibt es neben der Begrüßung durch Tom Albrecht eine Einführung von Katja Hock, Musik von Puzzls sowie Performances von Maria Korporal und Judith-H. Boy. Am 14. August findet ein Künstler*innengespräch statt.

Eine Paneldiskussion am 21. August 2026 bringt Frauen aus unterschiedlichen Klimaberufen zusammen, die über Herausforderungen, Chancen und Perspektiven sprechen. Moderiert wird die Diskussion von Nachhaltigkeitsexpertin Nathalie Wenker. Auf dem Podium sind Prof. Dr. Stefanie Kaboth-Bahr, Dr. Andrea Nakoinz, Nina Kreutzfeldt und Insa Kehlenbeck vertreten.

Während der Berlin Art Week wird das Programm durch weitere Veranstaltungen ergänzt: Am 9. September spricht Caroline Gunderson von der Hertie School über die Frage, wie Kunst Bewusstsein, Empathie und Handeln fördern kann. Am 11. September widmet sich Dr. Meike Brückner von der HU Berlin der Frage „Wer sorgt für die Zukunft?“ und den Zusammenhängen von Klimaforschung, Geschlecht, Ernährung und Gerechtigkeit. Am 12. September folgt eine weitere Performance von Maria Korporal.