Die Kunst der Klimakommunikation
Ausstellung 10.10. - 21.11.2025
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Kunst, die Klima schützt
Um die Kunst der Klimakommunikation zu fördern, eröffnet die Galerie Group Global 3000 am Freitag, den 10.10.2025 um 19:00 in Berlin Kreuzberg ihre neue Ausstellung „Die Kunst der Klimakommunikation“ mit 24 Werken von 22 Künstler:innen aus sieben Ländern.
Sie sehen die Klimakommunikation als ein wesentlicher Schlüssel für Aktivitäten gegen die Klimaerwärmung. Die Künstler:innen befassen sich aus ästhetischer Perspektive mit den Fragen: Wie gewinnen wir Menschen für Klimaschutz? Wie schaffen wir es, sie zu erreichen, zu berühren und zum Handeln zu motivieren?
Die Group Global 3000 zeigt mit ihrer Ausstellung Kunst erlebbar als eine Kraft, die helfen kann, die Klimakrise verständlich, emotional und handlungswirksam zu vermitteln. Petra Weifenbachs im Raum verteilte Imitate traditioneller Delfter Fliesen mit versinkenden Windmühlen-Motiven zum Beispiel unterscheiden sich subtil – und zeigen in ästhetischer Ordnung, wie wir das Fortschreiten der Krise übersehen. Die kalifornische Künstlerin Keri Rosebraugh schreibt ihre Botschaft direkt in die gepeinigte Landschaft wie die biblische Schrift an der Wand. Die Videodokumentation ihrer Aktion zum Eaton-Feuer ruft zur kollektiven Fürsorge in der Klimakrise auf. Weiterhin werden Postkarten, fiktive Datingportale, aber auch profane Alltagsmaterialien wie Toilettenpapier zu Medien eines Bewusstseinswandels.
Ob ironisch, poetisch oder kritisch – die gezeigten Objekte, Gemälde, Installationen, Grafiken, Videos, Fotos und Performances aus Deutschland, Schweiz, Mongolei, Australien, USA, Mexiko und Frankreich hinterfragen dominante Narrative, entwerfen alternative Informationswege oder machen uns selbst zu AkteurInnen der Veränderung. Dabei werden die KünstlerInnen gebeten, Transport und Material ressourcenschonend zu gestalten.
Die Ausstellung ist immer dienstags und freitags von 17-20 Uhr geöffnet, wird von einem interdisziplinären Rahmenprogramm, mit Führungen für Schüler:innen und Gruppen Erwachsener begleitet und endet mit einer Performance von Rosa Schmidt mit Katharina Resch zur Finissage am 21.11.2025.
Jury Team GG3: Tom Albrecht, Stephan Groß, Maria Korporal, Vera Leisibach, John Maibohm, Andrea Striesova
Kurator: Tom Albrecht
Co-Kurator: Stephan Groß
Programm
10.10. Vernissage mit Performance
Begrüßung, Einführung in die Ausstellung, KünstlerInnen des GG3-Teams performen die „Kunst der Klimakommunikation“
17.10. Vortrag mit Gespräch
„Wie gelingt gute Klimakommunikation?“, Katja Weber, Netzwerk Klimafakten.de
24.10. Künstler:innengespräch (vor Ort & online)
KünstlerInnen der Ausstellung sprechen vor Ort und online mit Gästen über ihre Werke. Gäste in der Ausstellung und online sind willkommen! Link zur Teilnahme, siehe ab 17.10. auf der Website.
07.11. Beutelparade (Publikumsaktion)
Gäste und Akteure stellen ihre Stoffbeutel mit dem schönsten Greenwashing vor. Die Anwesenden wählen den besten Beutel aus. Wir vergeben Preise. Moderation Tom Albrecht
14.11. „Klimaton“ – Soundperformance von Adnan & Nina Softić
Das Künstlerduo stellt seinen generativen Sound aus arktischen Daten und sein Musikinstrument vor.
21.11. Finissage
Rosa Schmidt mit Katharina Resch Performance „PINUS WALTZ/KONVERSATION DER TERPENE“
Hier finden Sie eine kurze Schilderung der einzelnen Kunstwerke:
Tom Albrecht: Fossile Party
Eine drehende Spiegelkugel unter einer Rakete projiziert Partystimmung – ausgelöst durch die Bewegung der Rezipienten. Dahinter: das Spiel mit den beiden Welten. Ein Objekt als ironische Inszenierung unserer Ignoranz gegenüber dem fossilen Rausch.
Joachim Czepa: Generation +1,5 Degree Celcius
Ein Selbstporträt aus 70 Klimastreifen, basierend auf realen Temperaturdaten, verbindet biografische Zeit mit globaler Erwärmung – und macht so im Gemälde das Unsichtbare persönlich erfahrbar.
Ute Diez: KlimaSitzung
Toilettenpapier als Träger wissenschaftlicher Fakten über Meere und Klima: Ein humorvoller Versuch, niedrigschwellig und im Alltag für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.
Stephan Groß: SHOWTIME CLIMATE und Flaschenpost
Das Typogramm „Showtime Climate“ thematisiert den Klimadiskurs als Medienspektakel. Eine zweite Arbeit verbindet eine recycelte Wasserflasche mit dem UN-Ziel 13 – und fragt, wo Kommunikation endet und Greenwashing beginnt.
Karin Heinrich: Wasser machen
Ein Ring aus Eis schmilzt langsam – Das Video „Wasser machen“ visualisiert klimabedingte Veränderung, deren Tempo wir oft nicht wahrnehmen (wollen).
Kaki Höhn: Unter meinen Fingernägeln immer noch Glitzer
Digital bearbeitetes Filmmaterial aus Lützerath dokumentiert Widerstand und Generationenwissen – eine filmische Erzählung über Klimakampf als gelebtes Gedächtnis.
Helge & Saxana: Verschwundene Zuhause / ALLE DÖRFER BLEIBEN
48 Miniaturgemälde bedroht abgerissener Orte in 1,5 m² Originalerde erinnern an Dörfer im Rheinischen Revier – und den Kohlewiderstand zehn Jahre nach Paris 2015. Das Projekt wird hier durch ein Beispielexponat repräsentiert.
Jens Isensee: Novocene - Eine mögliche Zukunft
In der Installation „Novocene“ versinkt die reale Ausstellung durch virtuelle Überlagerung im Meer – ein interaktives Szenario, das KI, Technik und Klimakrise dystopisch verschränkt.
ANUnaran Jargalsaikhan: Connection to Mother Earth
Im Video „Connection to Mother Earth“ spiegelt sich eine mongolische Perspektive auf Verbundenheit und Klimaschutz.
Maria Korporal: Call to Climate Action
Ein Telefonhörer lädt zum Dialog ein – im Video antwortet die Künstlerin visuell. Ein Werk, das Kommunikation nicht nur zeigt, sondern inszeniert und ermöglicht.
Stephan Kurr: i would if i could
Aus Fallkerbsohlen gefällter Eschen entsteht ein Holzschnitt: „I would / if I could / run!“ – ein künstlerischer Akt des Erinnerns und Widerstands.
Vera Leisibach: If We Could Talk
Insekten sprechen zu uns in irritierendem Gesang. Leichtigkeit und Dringlichkeit verschmelzen – ein sinnliches Experimentalvideo als Kommunikation jenseits von Fakten.
John Maibohm: Zufalls-Fund: Klima-Postkarte + Meet me if You (still) can / Zweisam, werde KlimaretterIn
Eisbär trifft Pinguin am Äquator: Zwei Werke präsentieren Klimakommunikation über Postkartenaktionen und Storyboards – niederschwellig, überraschend, strategisch.
Thomas Möller: give-away
Ein Außenthermometer im Look einer Fluggesellschaft verweist ironisch auf das Spannungsfeld zwischen Werbung, Selbstwahrnehmung und Verantwortung.
Keri Rosebraugh: Remember Here
Das Video zum Eaton-Feuer in Kalifornien ruft zur kollektiven Fürsorge in der Klimakrise auf. Eine poetische Mahnung: „What we hold, holds us.“
María Huerta: Digital garden
„Digital Garden“ verwebt Emotion, Klimagerechtigkeit und Latinx-Stimmen zu einem vielschichtigen, audiovisuellen Klima-Essay – zwischen Trauma und Resilienz.
Rosa Schmidt: PINUS WALTZ/KONVERSATION DER TERPENE
In ihrer Performance „Pinus Waltz“ werden tänzerisch-terpene Kommunikationsformen zwischen Mensch und Natur aktiviert – multisensorisch und reflexiv.
Künstlerduo verstoffwechselt: Wandlung
Eine Infusion ernährt Basilikum und lässt einen Stift wachsen – eine Installation als stilles Bild über Wasserverlust, Hoffnung und die Wirksamkeit individueller Impulse.
Julien Stiegler: E=C02 - the polar bear
Ein Eisbär entdeckt einen Kühlschrank im ewigen Eis – das charmante Animationsvideo stellt eine surreale Frage nach Energiegewinnung ohne zerstörerische Folgen.
Andrea Streit: Herr Gaebler, benutzen Sie Sonnenschutz?
In Zeichnungen und Notizen zur Sanierung des Gendarmenmarkts werden klimagerechte Stadtplanung und ihre realen Widersprüche untersucht.
Lioba von den Driesch: zum strand gehen II
Die Siegessäule wird zur Aktivistin mit „TAX THE SUPER RICH“-Ballon im Smog. Ein ikonischer Marsch im Bewegtbild für soziale Gerechtigkeit im Klimadiskurs.
Petra Weifenbach: HOLLAND IN NOT 25
Im Raum verteilte Imitate traditioneller Delfter Fliesen mit versinkenden Windmühlen-Motiven unterscheiden sich subtil – und zeigen in ästhetischer Ordnung, wie wir das Fortschreiten der Krise übersehen.
